Planten un Blomen in Hamburg: Park, Gärten und Wasserlichtkonzerte
Planten un Blomen in Hamburg: Japanischer Garten, Wasserlichtkonzerte im Sommer und Eisbahn im Winter – Lage, Besuch und Geschichte.
Dass mitten in Hamburg ein Park dieser Größe liegt, verdankt die Stadt einer militärischen Entscheidung des neunzehnten Jahrhunderts: Die Befestigungsanlagen wurden geschleift, und auf ihrem Verlauf entstand ein Grünzug, der sich bis heute als Band um die Innenstadt legt. Planten un Blomen ist der prominenteste Abschnitt dieses Rings – ein Park, der nicht am Rand liegt, sondern zwischen Innenstadt, Messegelände und St. Pauli.
Der Name und die Herkunft
Der plattdeutsche Name heißt schlicht „Pflanzen und Blumen“ und stammt aus der Zeit der Gartenschauen, aus denen der Park hervorgegangen ist. Mehrere solcher Schauen fanden im zwanzigsten Jahrhundert auf dem Gelände statt, und was jeweils als temporäre Anlage begann, wurde nach und nach zu einer dauerhaften Parkanlage zusammengeführt.
Diese Entstehungsgeschichte erklärt den Charakter des Parks. Er ist nicht aus einem Guss entworfen wie ein Landschaftsgarten, sondern aus Abschnitten zusammengesetzt, die jeweils eine eigene Gestaltungsidee verfolgen. Wer hindurchgeht, wechselt mehrfach die Umgebung: von gestalteten Themengärten über weite Rasenflächen zu dicht bepflanzten Bereichen.
Teile des Geländes gehen auf den Alten Botanischen Garten zurück, dessen Bestand in die Anlage eingegangen ist.
Der Japanische Garten
Der bekannteste Einzelbereich ist der Japanische Garten mit Teich, Steinsetzungen und einem Teehaus. Er zählt zu den bekanntesten Anlagen dieser Art in Europa und funktioniert nach einer anderen Logik als der übrige Park: Statt Fläche zum Aufenthalt bietet er eine komponierte Abfolge von Blickachsen, die sich beim Gehen verändern.
Es ist der ruhigste Teil der Anlage und derjenige, der am meisten von einem Besuch außerhalb der Stoßzeiten profitiert. An warmen Wochenenden ist auch hier viel Betrieb.
Die Wasserlichtkonzerte
Im Sommerhalbjahr finden abends auf dem Parksee die Wasserlichtkonzerte statt – beleuchtete Wasserfontänen, die zu Musik bewegt werden. Sie sind kostenlos zugänglich und gehören zu den bekanntesten Sommerangeboten der Stadt.
Der Ablauf ist bewusst schlicht: Man setzt sich an den Rand des Sees und sieht zu. Weil die Plätze in der ersten Reihe begehrt sind, lohnt es sich, früher da zu sein. Die Termine hängen von der Saison ab und stehen beim Betreiber; wer einen Abendbesuch plant, prüft sie vorab.
Sommer und Winter
Eine Fläche im Park wird saisonal unterschiedlich genutzt: im Winterhalbjahr als Eisbahn, im Sommer als Rollschuhbahn. Betriebszeiten und Entgelte richten sich nach der Saison.
Diese Doppelnutzung ist bezeichnend für den ganzen Park. Er ist keine Anlage zum Betrachten, sondern zum Benutzen – ähnlich wie der Stadtpark in Winterhude, nur dichter bespielt und mitten im Zentrum. Für Familien ist er einer der zugänglichsten Orte der Innenstadt, mit Spielbereichen und im Sommer Wasserspielflächen.
Botanisches Erbe
Ein Teil des Geländes geht auf den Alten Botanischen Garten zurück, dessen Pflanzenbestand in die heutige Anlage eingegangen ist. Botanische Gärten waren im neunzehnten Jahrhundert keine Erholungsflächen, sondern wissenschaftliche Sammlungen, angelegt zur Bestimmung, Vermehrung und Erforschung von Pflanzen.
Sichtbar bleibt davon die Sortenvielfalt. Wer aufmerksam geht, bemerkt, dass die Bepflanzung an vielen Stellen nicht nach gestalterischen, sondern nach systematischen Gesichtspunkten zusammengestellt ist, und dass zahlreiche Gehölze deutlich älter sind als die Parkanlage, die sie heute umgibt. Diese Schicht ist der stillste Teil von Planten un Blomen und wird von den meisten Besuchern übersehen, weil sie sich nicht als Attraktion anbietet.
Lage und Anschluss
Der Park grenzt an das Messegelände, an die Neustadt und an St. Pauli. Über den Wallring lässt er sich mit den anschließenden Grünflächen zu einem längeren Weg verbinden, der um die Innenstadt herumführt.
Für Besucher ist das die praktischste Eigenschaft der Anlage: Sie liegt auf dem Weg. Wer vom Hauptbahnhof in Richtung St. Pauli geht, kann den Park einbeziehen, ohne einen Umweg zu machen – anders als bei Zielen am Stadtrand.
Der Ring um die Innenstadt
Planten un Blomen ist kein isolierter Park, sondern der prominenteste Abschnitt eines Grünzugs, der sich um die gesamte Innenstadt legt. Er folgt dem Verlauf der ehemaligen Befestigungsanlagen, die im neunzehnten Jahrhundert geschleift wurden, weil sie militärisch bedeutungslos geworden waren.
Diese Entscheidung ist eine der folgenreichsten der Hamburger Stadtgeschichte. Statt die frei gewordenen Flächen zu bebauen – was wirtschaftlich naheliegend gewesen wäre –, wurden sie als Grünzug gesichert. Das Ergebnis ist ein Band, das von der Binnenalster über Planten un Blomen bis zum Hafenrand reicht und die dichte Innenstadt an drei Seiten begrenzt.
Für Besucher heißt das, dass sich der Park in längere Wege einbinden lässt, statt ein Ziel für sich zu sein. Wer dem Ring folgt, umrundet die Altstadt fast vollständig im Grünen – eine Möglichkeit, die kaum eine deutsche Großstadt in dieser Form bietet.
Für den Besuch
Der Eintritt ist frei, der Park ganzjährig geöffnet. Ein bis zwei Stunden reichen für einen Rundgang durch die wesentlichen Bereiche; ein Abendbesuch mit Wasserlichtkonzert dauert entsprechend länger.
Wer den Tag verlängern möchte, findet den Michel und die Innenstadt mit dem Rathaus in Gehweite. Weitere Ziele stehen in der Übersicht der Sehenswürdigkeiten.
Häufige Fragen
Was bedeutet Planten un Blomen?
Der Name ist Niederdeutsch und heißt „Pflanzen und Blumen“. Er hat sich aus den Gartenschauen entwickelt, aus denen der Park hervorgegangen ist, und wird bis heute in dieser plattdeutschen Form verwendet.
Wo liegt Planten un Blomen?
Mitten in Hamburg, zwischen Innenstadt, Messegelände und St. Pauli. Der Park schließt an den Wallring an, also an den Grünzug auf den ehemaligen Befestigungsanlagen, und ist über mehrere Schnellbahnhaltestellen erreichbar.
Was sind die Wasserlichtkonzerte?
Abendliche Vorführungen im Sommerhalbjahr, bei denen Wasserfontänen zu Musik beleuchtet werden. Sie finden auf dem Parksee statt, sind kostenlos zugänglich und gehören zu den bekanntesten Sommerangeboten der Stadt.
Kostet der Eintritt in Planten un Blomen etwas?
Nein, der Park ist frei zugänglich. Einzelne Angebote auf dem Gelände, etwa die Eisbahn im Winter, können eigene Entgelte haben.
Was ist der Japanische Garten?
Ein nach japanischen Vorbildern gestalteter Gartenbereich mit Teich, Steinsetzungen und einem Teehaus. Er zählt zu den bekanntesten Anlagen dieser Art in Europa und ist der ruhigste Teil des Parks.
Gibt es im Winter eine Eisbahn?
Ja, im Winterhalbjahr wird eine Fläche im Park als Eisbahn betrieben; im Sommer dient dieselbe Fläche als Rollschuhbahn. Betriebszeiten und Entgelte richten sich nach der Saison.
Woher stammt der Park?
Er ist aus mehreren Gartenschauen hervorgegangen, die im zwanzigsten Jahrhundert auf dem Gelände stattfanden, und wurde nach und nach zu einer dauerhaften Anlage zusammengeführt. Teile gehen auf den Alten Botanischen Garten zurück.
Ist der Park für Kinder geeignet?
Ja, es gibt mehrere Spielbereiche und im Sommer Wasserspielflächen. Die weitläufigen Wiesen und die kurzen Wege zwischen den Bereichen machen den Park zu einem der familienfreundlichsten Orte der Innenstadt.
Wie viel Zeit sollte man einplanen?
Für einen Rundgang durch die wesentlichen Bereiche reichen ein bis zwei Stunden. Wer ein Wasserlichtkonzert sehen möchte, plant den Besuch auf den Abend und kommt rechtzeitig, weil die Plätze am See begehrt sind.
Was ist der Wallring?
Der Grünzug auf dem Verlauf der ehemaligen Hamburger Befestigungsanlagen, die im neunzehnten Jahrhundert geschleift wurden. Planten un Blomen ist Teil dieses Rings, der sich als zusammenhängendes Band um die Innenstadt legt.